Wie aus einer hochbegabten kleinen Tänzerin ein großer Weltstar wurde, der sich für die Freiheitsrechte der Schwarzen einsetzen sollte: Josephine Baker
Sie ließ ihr kleines Hinterteil kreisen, bis die Bananen ihres Gürtels wie kleine phallische Flugkörper um ihre Hüften sirrten. Und die Pariser Zuschauer in den Folies Bergère tobten und schrien vor Begeisterung und erotischem Kollektivtaumel.
Das war schon ihr zweiter Erfolg. In ihrer ersten Pariser Show, der Revue Nègre, die am 2.Oktober 1925 am Théâtre des Champs-Élysées Premiere feierte, entfesselte sie in der Schlussnummer einen elektrisierenden Danse Sauvage. Ihr Tanzpartner robbte über den Boden, mit ihr auf seinem Rücken – und beide waren, bis auf ein paar rosafarbene Federn, völlig nackt!
Mona Horncastle: Josephine Baker. Weltstar. Freiheitskämpferin. Ikone. Die Biographie. Molden Verlag 2020
Neue Zürcher Zeitung, 7.1.2021